Besuch der Innsbrucker Bürgermeisterin Oppitz-Plörer
im FORUM MiT
Bericht mit Fotos als Pdf:(mehr Fotos in der Galerie):
Am 26. 11. 2011 beehrte Innsbrucks Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer das Forum Musliminnen in Tirol (MiT) mit ihrem Besuch in dessen Vereinsräumen in der Peerhofstraße. Begleitet wurde sie von der Integrationsbeauftragten der Stadt Notburga Troger, die kürzlich bereits zu einem sehr konstruktiven Gespräch im Forum war. Ebenfalls anwesend waren Hüsna Seker vom Frauenverein Lilie, die neue Frauenreferentin der Islamischen Religionsgemeinde (IRG) Innsbruck Hülya Ekinci sowie Gerti Machajdik (La Sorella und Frauen-gruppe Abla). Aus dem Forum MiT waren 13 Frauen dabei.
Nach einer kurzen Besichtigung der Räumlichkeiten skizzierte Obfrau Cornelia Atalar kurz die bisherige Entwicklung des Forums MiT, das 2007 als Verein gegründet wurde. Daraufhin bat die Bürgermeisterin alle Frauen in der Runde, sich kurz vorzustellen. Von Juristin über Turnusärztin, Religionslehrerin und Montessoripädagogin bis zu Hausfrau und Studentin waren Frauen unterschiedlichster Berufsfelder vertreten.
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Bei Kaffee und Tee entstand ein angeregtes Gespräch mit dem Hauptthema muslimische Frauen. Hauptproblem für die Frauen ist ganz offensichtlich, mit Kopftuch eine Arbeitsstelle zu finden. Hülya Ekinci verteilte eine von der Gleichbehandlungsanwaltschaft Österreich herausgegebene Informationsschrift mit dem Titel Kopftuch am Arbeitsplatz. Darin wird konkret darauf hingewiesen, dass die Diskriminierung von Musliminnen am Arbeitsplatz wegen ihres Kopftuchs nach dem Gleichbehandlungsgesetz verboten ist. Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass die Absagen auf eine Bewerbung selten mit dem Kopftuch begründet würden. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass sie auf Bewerbungen mit „kopftuchlosem Foto“ plötzlich zu Gesprächen eingeladen wurde, was vorher mit Tuch nicht der Fall gewesen sei. Die Idee einer Quote für Kopftuchträgerinnen wurde erwähnt, worauf Oppitz-Plörer einwandte, dass es eine solche Quote dann auch für alle anderen Religions-gemeinschaften geben müsse.
Des Weiteren wurde die Meinung geäußert, dass das Interesse der Einheimischen an integrations-fördernden Veranstaltungen gering oder nicht vorhanden sei. Die Bürgermeisterin wollte das nicht so stehen lassen, da sie aus eigener Erfahrung wisse, dass auch andere Vereine / Veranstalter oft mit geringen Besucherzahlen zu kämpfen hätten. Man dürfe dies nicht immer persönlich nehmen, vielmehr sei eben jeder eingebunden in vielfältige Verpflichtungen wie Beruf, Familie etc.
Notburga Troger erzählte von einer muslimischen Frau, die – im sechsten Monat schwanger – in Innsbruck auf offener Straße tätlich angegriffen wurde. Sie forderte dringend eine Anlaufstelle für Betroffene auch in Westösterreich. Bisher gibt es nämlich nur ZARA in Wien. Für viele Frauen mit Kopftuch gehören laut Troger Belästigungen auf der Straße leider zur Normalität und die Gleichbehandlungsanwaltschaft ist nur für Diskriminierung am Arbeitsplatz zuständig.
Eine der Frauen gab zu bedenken, dass die Musliminnen trotz aller negativen Erfahrungen nicht in die Opferrolle verfallen sollten.
Einer Meinung waren sich die Anwesenden darüber, dass das Kopftuch erst dann kein Problem mehr sein wird, wenn man nicht mehr darüber reden muss. Es führt kein Weg an mehr Bewusstseinsbildung und Information vorbei und die Frauen werden sich auf jeden Fall gemeinsam dafür einsetzen. Dass das ein langer Weg sei, wie Oppitz-Plörer zu bedenken gab, darüber waren sich ebenfalls alle einig.
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Zum Abschluss wurden der Bürgermeisterin und der Integrationsbeauftragten als Dankeschön selbstgebackene ägyptische Dattelkekse überreicht sowie ein Ausdruck eines Prophetenwortes mit dem Inhalt: „Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt.“ - „Wer eine Tochter gut aufzieht und ihr eine gute Bildung angedeihen lässt, erwirbt dadurch das Paradies.“
S. Moser-Billouch
Forum Musliminnen in Tirol (MiT)
